Konzept

Seit Januar 2017 haben wir ein Konzept für unser Handeln verfasst

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1. Präambel
Alle Materie und folglich unser belebter Körper besteht aus Schwingung und Klang. Somit sind wir lebendige schwingende Wesen, die sich ausdrücken und Erfahrungen machen wollen. Diese Erfahrungen sind absolut individuell.
Jeder ist für seinen freien Willen, welcher Erfahrungen und Gefühle prägt, selbst verantwortlich. Als Mitschöpfer können wir Veratwortung in der materiellen Welt übernehmen. So ist es die Aufgabe des Menschen, reine Liebe in die Welt der verdichteten Materie zu bringen, um damit allen Wesen, die nicht in der reinen Liebe leben, wieder die Möglichkeit zu geben, das Bewusstsein der Spaltung zu überwinden.
Liebe leben bedeutet: Immer nur das Beste für den anderen wollen.

2. Vorwort
Das vorliegende Konzept ist entstanden, um allen interessierten Menschen einen Eindruck von dem Klangraum Witzenhausen und den zugrunde liegenden Gedanken und Werten zu vermitteln.
Getragen von der Vorstellung, Menschen in unserer Gesellschaft Platz und Möglichkeit bieten zu können, sich in ihrer vollen Schönheit zu entwickeln, haben wir uns im Jahr 2016 zusammengefunden, um das vormalig rudimentäre und von Wenigen getragene in eine größeres Gemeinschaftsprojekt zu überführen, das Konzept zu verfassen und einen Verein als Träger zu schaffen.
Wir handeln aus der Freiheit, als Projekt keiner politischen und religiösen Überzeugung anzuhaften. Jeder Mensch hat sein eigenes Weltbild. Wir möchten uns austauschen und lernen.

3. Leitbild
3.1 Einleitung
Einen gemeinsamen Lernort aufzubauen bedeutet, sich mit den Idealen der Menschen, ihren Wertvorstellungen und Lebenserfahrungen zu befassen. Daraus entsteht die formulierte Leitidee, nach der sich die Entscheidungen und Aktivitäten des Klangraums im alltäglichen Leben ausrichten.
Es ist somit der Leitfaden, der Einzelne im Sinne der Gemeinschaft handlungsfähig macht und die Grundlage, auf die wir uns berufen.

3.2 Menschenbild

  • Wir sehen jeden Menschen als gleichwertig und gleichberechtigt an, unabhängig von Hautfarbe, Überzeugung und Religion.
  • Die Überzeugung jedes Menschen wird geachtet und soll nicht verurteilt werden.
  • Jeder Mensch hat ein Bedürfnis nach Selbstverwirklichung und wohltuender Gemeinschaft, sein Herz zu öffnen und zu lieben.
  • Mutige und phantasievolle Menschen gestalten ihr Leben selbst in voller Verantwortung für ihr Wirken.

3.3 Übungsraum
Der Klangraum ist ein Übungsfeld für die individuelle Entwicklung und den liebevollen Umgang mit dem Gegenüber, der Gruppe und der Gesellschaft. Diese Ideale als Leitbild wollen wir gemeinsam achten und einüben.
Maßgeblich werden dafür folgende Bereiche betrieben und gefördert:
Klangarbeit, Klangforschung, Musik, Handwerk (Instrumentebau, Holzhandwerk)
Um unsere Persönlichkeit zu entwickeln, brauchen wir die Gelegenheit, uns selbst ehrlich zu begegnen. Mit dieser Verbindung zu unserem Inneren ist es möglich, eine aufrichtige und achtsame Beziehung zu anderen Menschen aufzubauen und dabei die Grenzen des Anderen zu achten. Die nachhaltige Entwicklung von Vertrauen und dem Feingefühl wird gefördert.
Wir wollen daher den gemeinsamen Raum nutzen, um die kreative Selbstentfaltung auf vielfältige Weise zu ermöglichen und die Lebensfreude und die gemeinsame Kraft zu leben. Dazu gehört ein Zugang zu Materialien, Werkzeugen, Klanginstrumenten und Infrastruktur.
Kinder sind willkommen; ihre Bedürfnisse sollen erkannt und ihre Potentiale und Kreativität gefördert werden. Wir wollen Kinder im Arbeitsalltag des Projekts integrieren. Dazu wird eine aufrichtige und praxisnahe Kommunikation mit dem Kind und den Eltern geübt, damit es für alle Beteiligten eine bereichernde Erfahrung wird.

3.4 Liebe leben
Das Wort Liebe kann man auch mit dem Wort Verbindung / Eins sein übersetzen. Wenn wir jemanden lieben, versuchen wir viel über ihn / sie zu erfahren. Wir nehmen die Interessen des anderen in den Blick und machen sie zu unseren eigenen. So erweitert sich der persönliche Kreis um den Kreis des Geliebten und beide bilden zusammen einen größeren Kreis. Es geschieht also eine Ausdehnung des Selbst, eine Erweiterung bis wir am Ziel dieser Selbstentwicklung Alles lieben, all-eins sind.
Die Gemeinschaft bietet uns hierin ein optimales Übungsfeld. In diesem Prozess können wir uns gegenseitig tragen und unterstützen. Wir öffnen miteinander einen Raum, in dem Verletzungen und Ängste ausheilen können.

3.5 Im Kleinen wie im Großen
Unser globales Ziel ist die Erreichung von Friede, Gesundheit und Verständigung, sowie die Heilung der Verbindung zwischen allen Menschen.

4. Verhaltenskanon
Wir wollen unser Bestes tun, in jeder Situation liebevoll miteinander umzugehen.

4.1 Das Miteinander
Bei Meinungsverschiedenheiten machen wir uns klar, dass die Überzeugung jedes Beteiligten da sein darf. Wir wollen einander wahrnehmen und achten anstatt einander zu überzeugen und Meinungen zu bekämpfen.

Konkret:

  • Sprich von dir selbst.
  • Erkenne deine Gefühle und Bedürfnisse
  • Äußere eine konkrete Bitte anstatt einer Forderung.
  • Achte auf kleine Pausen zum Nachdenken und Einfühlen zwischen den Beiträgen, um zu dir zu kommen.
  • Interessierte Menschen, die Heilung suchen, behandeln wir behutsam und begleiten sie in ihren Prozessen.
  • Wir halten einen Raum, worin wir Menschen da annehmen können, wo sie es selbst nicht können. So öffnet sich der Weg zur Selbstannahme und Heilung.
  • Gemeinsam üben wir, Schutzräume zu schaffen (z.B. Schutz vor verbalen Übergriffen, moralischem Druck, Machtmissbrauch und Lautstärke).
  • Wir nutzen den Redekreis mit Rede-Stab, damit wir uns hören.
  • Wir nutzen die „Bedürfnisorientierte Gewaltfreie Kommunikation (GFK)“ und sind offen für andere Gesprächs- und Ausdrucksformen wie Forum und Selbstdarstellung.
  • Wir wollen in Entscheidungsprozessen alle Argumente kurz und klar vorbringen.
  • Wir wollen zusammen schauen, was die Aufgabe löst und unserem gemeinsamen Wachstum am meisten dient.
  • Wir nutzen immer wieder das gemeinsame Musizieren und singen, um miteinander, mit uns selbst und dem All-Einen in Verbindung/Kontakt zu kommen.

4.2    Nähe und Abstand:
Wir laden unsere Mitmenschen ein, sich in ihrem Tempo zu öffnen. Deshalb üben wir im Kontakt Geduld und Achtsamkeit.
Konkret:

  • Eigene Grenzen direkt mitteilen.
  • Körperliche wie geistige Grenzen erfragen und achten.
  • Im Gespräch achten wir die persönliche Zone von ca. einem Meter. Wir nähern uns wenn wir sehen (Mimik, Gestik), dass unser Gegenüber das möchte.
  • Die Umarmung ist eine sensible Begegnung. Achte auf dein Gegenüber, frage und spüre nach, wann es Zeit ist, sich wieder zu lösen.
  • Wir schenken uns und allen Anderen herzöffnende, tiefe und heilsame Erlebnisse:
    o   Massagen
    o   Klangerlebnisse, Klangmassagen
    o   liebevoller Kontakt, Musik, Tanz
    o   Yoga und Kontaktbewegungen
    o   gemeinsames Essen
    o   Gemeinsames Cacao-Trinken
    o   Kunst-Installationen und Shows
    o   Seminare
    o   Umarmungen
    o   uvm.

4.3 Helfen und Unterstützen

  • Wir möchten füreinander wirkungsvoll hilfreich sein, konkret & zeitnah.
  • Wir wollen uns wertschätzen, unterstützen, für alle Beteiligten eine bereichernde Lösung finden.
  • Wir kommunizieren aufrichtig, ob und wie wir im Einzelfall helfen können.
  • Wir üben wahrzunehmen, ob wir für Kontakt offen sind.
  • Wir würdigen die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen
  • Wir achten die Belange der Gruppe bzw. Gemeinschaft und üben uns in Rücksichtnahme auf Gruppenprozesse, um dem Gemeinwohl zu dienen.

5. Inventar / Ordnung / Finanzen

  • Mit den Räumlichkeiten und dem Inventar gehen wir verantwortlich und dienlich um.
  • Gesonderte Regelungen für die Werkstattnutzung sind zu beachten.
  • Weil wir jedem Menschen wohltuende Erfahrungen ermöglichen wollen, arbeiten wir bei unseren Aktionen wo es geht auf Spendenbasis.
  • Der Preis unserer Produkte wird (wo angebracht) in Preisspannen angegeben, um die Kosten transparent zu machen & dem sozialen Gedanken gerecht zu werden: „Klänge für Alle“.

6. Entscheidungsfindung
Ob eine Entscheidung innerhalb der Kompetenzbereiche oder innerhalb der gesamten Gruppe getroffen werden muss, wird in jedem Einzelfall analysiert. Jede gemeinschaftlich zu treffende Entscheidung wird der Gruppe vorgelegt und ein Treffen zur Klärung einberufen. Es sollen alle beteiligten Menschen dazu anwesend sein (oder digital zugeschaltet).
Wir nutzen für gemeinsame Entscheidungen das „Fünf Stufige Konsensprinzip“:
1 – Ja, ich bin voll dafür
2 – Ja, aber/und…
3 – Ist mir egal
4 – Ich bin dagegen, möchte aber nicht blockieren
5 – Nein, Veto!
Eine Entscheidung wird gemeinsam getroffen, wenn alle Beteiligten nach der Diskussion der Argumente ihre Meinung und folglich ihre Haltung von 1-5 mitgeteilt haben.
Ein Veto muss nach Erörterung aller Belange akzeptiert werden. Eine neue Lösung für die Entscheidung soll dann erarbeitet werden.

7. Rechtsform
Eine geeignete Rechtsform wird gemeinsam gefunden.

Wir beabsichtigen, viele Menschen zu erreichen und zu verantwortungsvollem Handeln zu motivieren.